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Mittwoch, 19. Mai 2004  

 
 

Codieren soll Fahrradklau eindämmen

Präventionstag will Akzente setzen

Eine sich ausweitende Dro- genszene und um ein Drittel gestiegene Fahrraddiebstähle sind Probleme in der Hanse- stadt. Der Greifswalder Präventionstag am 16. Juni will Akzente dagegen setzen.

Innenstadt „Umso mehr Leute wir für die Vorbeugung von Straftaten gewinnen, umso besser“, sagt Hans-Jürgen Dabels, Vorsitzender des Präventionsvereins der Hansestadt. „Aus diesem Grund müssen wir jede Gelegenheit nutzen, in die Öffentlichkeit zu gehen.“ Polizeioberrat Rainer Dittschlag, Chef der Polizeiinspektion, pflichtet ihm bei. „Jede Straftat ist eine zuviel“, meint er. „Wenn erst etwas passiert ist, ist es zu spät.“

   Aus diesem Grund findet am 16. Juni in Greifswald ein großer Präventionstag auf dem Markt statt, an dem die Stadt zeigen will, dass bereits viele mitwirken, wenn es um gemeinschaftliche Kriminalitätsvorbeugung geht. Das sieht auch Ingmar Weitemeier so. Der Chef des Landeskriminalamtes hat die Schirmherrschaft für diesen Tag übernommen und wird selbst einen Einblick in landesweite Aktionen geben.

   Schwerpunkt in Greifswald, so Rainer Dittschlag, ist der Fahrradklau. 2003 sind ein Drittel mehr Räder gestohlen worden als noch ein Jahr zuvor, sagt er. Die Zahl stieg von 1200 auf 1800. Um dem beizukommen, wollen Präventinsverein und Polizei dafür werben, mehr Räder zu codieren, damit sie im Falle des Verlustes eindeutig identifizierbar sind. „Am 16. Juni wird es an allen Ecken des Marktes Codierstände geben“, meint Dabels. Großes Problem in der Hansestadt sind auch Drogen, sagt Dittschlag. „Landesweit liegt Greifswald mit an der Spitze.“ Der Polizeichef schätzt ein, dass es keine größere Fete gibt, auf der nicht Kraut ausgereicht wird. Überwiegend werden weiche Drogen konsumiert, sprich Haschisch und natürlich Ecstasy. Die Polizei ist seit geraumer Zeit dabei, verstärkt in Schulen auf das Problem hinzuweisen und mit den Eltern zusammenzuarbeiten. Es gibt ein System, das vorsieht, regelmäßig alle 8. und 9. Klassen zu besuchen. Dies soll künftig auch auf 7. Klassen ausgeweitet werden, erklärt Dittschlag.

   Während des Präventionstages wird das Thema Drogen auch eine große Rolle spielen. So wird das Landeskriminalamt seine Aktion „Lebensrausch“ vorstellen. Aus Greifswald stellt sich die Drogenberatungsstelle der Odebrechtstiftung vor.

   Musikalisch wird der Tag auch von jungen Greifswalder Künstlern umrahmt. So tritt die HipHop-Gruppe „Dopenizz“ auf, die 2. Siegerband des Rockfestivals konTAKT wird dann als Vorband beim Konzert des Sachsendreiers („Lift“, „electra“, „Stern-Combo-Meißen“) für Stimmung sorgen. Eintritt ist frei. Um alles finanzieren zu können, putzt der Präventionsverein seit Monaten Klinken.

   Vereinschef Hans-Jürgen Dabels sagt, dass er bereits 18 000 Euro zusammen hat. Das Geld kommt ausschließlich von Betrieben der Region und Einrichtungen. Gönner sind u.a. die Stadtwerke, die Sparkasse Vorpommern, das Autohaus Dust, die Energiewerke Nord, der Förderverein Pommersche Heimat e.V., der Volksbank und viele andere. Insgesamt weit über 20, freut sich Dabels.

REINHARD AMLER


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