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Eine sich ausweitende Dro- genszene und um ein Drittel
gestiegene Fahrraddiebstähle sind Probleme in der Hanse-
stadt. Der Greifswalder Präventionstag am 16. Juni will
Akzente dagegen setzen.
Innenstadt „Umso mehr Leute wir für die Vorbeugung
von Straftaten gewinnen, umso besser“, sagt Hans-Jürgen
Dabels, Vorsitzender des Präventionsvereins der Hansestadt.
„Aus diesem Grund müssen wir jede Gelegenheit nutzen, in die
Öffentlichkeit zu gehen.“ Polizeioberrat Rainer Dittschlag,
Chef der Polizeiinspektion, pflichtet ihm bei. „Jede Straftat
ist eine zuviel“, meint er. „Wenn erst etwas passiert ist, ist
es zu spät.“
Aus diesem Grund findet am 16. Juni in
Greifswald ein großer Präventionstag auf dem Markt statt, an
dem die Stadt zeigen will, dass bereits viele mitwirken, wenn
es um gemeinschaftliche Kriminalitätsvorbeugung geht. Das
sieht auch Ingmar Weitemeier so. Der Chef des
Landeskriminalamtes hat die Schirmherrschaft für diesen Tag
übernommen und wird selbst einen Einblick in landesweite
Aktionen geben.
Schwerpunkt in Greifswald, so Rainer
Dittschlag, ist der Fahrradklau. 2003 sind ein Drittel mehr
Räder gestohlen worden als noch ein Jahr zuvor, sagt er. Die
Zahl stieg von 1200 auf 1800. Um dem beizukommen, wollen
Präventinsverein und Polizei dafür werben, mehr Räder zu
codieren, damit sie im Falle des Verlustes eindeutig
identifizierbar sind. „Am 16. Juni wird es an allen Ecken des
Marktes Codierstände geben“, meint Dabels. Großes Problem in
der Hansestadt sind auch Drogen, sagt Dittschlag. „Landesweit
liegt Greifswald mit an der Spitze.“ Der Polizeichef schätzt
ein, dass es keine größere Fete gibt, auf der nicht Kraut
ausgereicht wird. Überwiegend werden weiche Drogen konsumiert,
sprich Haschisch und natürlich Ecstasy. Die Polizei ist seit
geraumer Zeit dabei, verstärkt in Schulen auf das Problem
hinzuweisen und mit den Eltern zusammenzuarbeiten. Es gibt ein
System, das vorsieht, regelmäßig alle 8. und 9. Klassen zu
besuchen. Dies soll künftig auch auf 7. Klassen ausgeweitet
werden, erklärt Dittschlag.
Während des Präventionstages wird das
Thema Drogen auch eine große Rolle spielen. So wird das
Landeskriminalamt seine Aktion „Lebensrausch“ vorstellen. Aus
Greifswald stellt sich die Drogenberatungsstelle der
Odebrechtstiftung vor.
Musikalisch wird der Tag auch von jungen
Greifswalder Künstlern umrahmt. So tritt die HipHop-Gruppe
„Dopenizz“ auf, die 2. Siegerband des Rockfestivals konTAKT
wird dann als Vorband beim Konzert des Sachsendreiers („Lift“,
„electra“, „Stern-Combo-Meißen“) für Stimmung sorgen. Eintritt
ist frei. Um alles finanzieren zu können, putzt der
Präventionsverein seit Monaten Klinken.
Vereinschef Hans-Jürgen Dabels sagt, dass
er bereits 18 000 Euro zusammen hat. Das Geld kommt
ausschließlich von Betrieben der Region und Einrichtungen.
Gönner sind u.a. die Stadtwerke, die Sparkasse Vorpommern, das
Autohaus Dust, die Energiewerke Nord, der Förderverein
Pommersche Heimat e.V., der Volksbank und viele andere.
Insgesamt weit über 20, freut sich Dabels.
REINHARD AMLER
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