Freitag, 23. April 2004
Die Mission von Fußballstar Möhrle
Landesbotschafter der Anti-Drogen-Aktion
Drogen auf dem Vormarsch. Vor allem in den Ballungszentren
unseres Landes wie Rostock stiegen Rauschgiftdelikte von 1995 bis
2003 um 700 Prozent. Was tun? Landeskriminalamt und FC Hansa
starteten eine Gegenkampagne.
Um "Nein" zu sagen zu den falschen Propheten beim gepriesenen
Konsum von Ecstasy, Heroin, Kokain oder Marihuana braucht es
Persönlichkeiten, die ein anderes, ein Leben mit Inhalten und Sinn
vorleben. "Deshalb sind wir sehr froh, mit solch einem
ausgezeichneten Verein wie dem FC Hansa kooperieren zu können und in
Uwe Möhrle einen Landesbotschafter gefunden zu haben, der den jungen
Leuten sagt: Lasst die Finger von illegalen Drogen", erklärte Ingmar
Weitemeier, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA). Als "echter
Aufsteiger" im Hansa-Team habe man von Uwe Möhrle noch vieles zu
erwarten, das möge sich auch für die auf den Namen "Lebensrausch"
getaufte Gemeinschaftsaktion zutreffen.
"Ich habe für Jugendliche als Sportler und Bundesligaspieler
Vorbildfunktion", sagte Abwehrmann Möhrle (24), er könne durch
eigenes Verhalten manches Beispiel geben.
Und darauf zielt "Lebensrausch" in erster Linie, auf das
Beispielhafte als Ansatz zur Drogenprävention. Denn, in Zahlen
ausgedrückt, die Raschgiftdelikte in Mecklenburg-Vorpommern stiegen
von 457 im Jahr 1995 auf 3618 im Jahr 2003. Ein besorgniserregender
Trend, der gestoppt und umgekehrt werden muss. "Sport ist ein Punkt
für Prävention", weiß Uwe Möhrle, ansonsten sollte jeder
Heranwachsende und Jugendliche, der sich in Gefahr sieht, "für sich
selbst entdecken, welche Form der Freizeitbetätigung ihm liegt." Bei
Rotschopf Möhrle stehen Ausgehen mit Mannschaftskameraden, Kino und
Surfen im Internet trotz "karger Freizeit" eines Profisportlers hoch
im Kurs. Macht's ihm nach!
Für Landesbotschafter Uwe Möhrle und seinen Kompagnon in der
Mission, den Motorsportler und Stuntman Jürgen Baumgarten, ist die
Sache klar, beide werden in nächster Zeit bei Workshops an Schulen
und Berufschulen des Landes für die Aktion in Aktion treten, um
allen klar zu machen, dass man Höchstleistungen nur erreicht, wenn
man drogenfrei lebt oder clean ist.
Im Kern zielt die Aktion auf das Internet. Unter
www.lebensrausch.com landet der gewünschte Partner im Netzwerk der
neuen Bundesländer, man bittet um reges Mittun gerade der Zwölf- bis
18-Jährigen. Hier möchten Kinder und Jugendliche eine
Internethomepage selbst entwickeln, bietet sich ein Forum für
anonyme Sucht- und Drogenberatung. Für alles, was junge Leute
interessiert und neugierig macht, sind Anne Linke (20) und Anne
Koevel (17) zuständig; sie hatten ihre journalistischen Meriten
unter anderem in Güstrow bei der Schweriner Volkszeitung mit der
Jugendseite "Klecks" sammeln können.
Ende August werde man ein erstes Resümee zu "Lebensrausch"
ziehen, so LKA-Chef Ingmar Weitemeier. Dann gelte es auch, einen
Computerwettbewerb auszuwerten. "Gemeinsames Ziel ist es, den
Drogenkonsum zurückzudrängen und die Aktion in die breite Fläche zu
tragen", erläuterte er. Ein Anliegen, das der FC Hansa voll und ganz
mitträgt, wie Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer bekräftigte.
Wolfgang Grahl
Er ist der Landesbotschaft für "Lebensrausch": Uwe Möhrle vom
FC Hansa Rostock. Fürs Internet zuständig sind Anne Linke (l.) und
Anne Koevel aus Güstrow. Foto: Olaf Jenjahn
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