Donnerstag 21. August 2003, 14:21 Uhr Trautvetter strikt gegen Freigabe weicher Drogen
Leipzig (AP) Der Vorsitzende der
Innenministerkonferenz der Länder, der Thüringer Ressortchef Andreas
Trautvetter, hat sich strikt gegen die Freigabe so genannter weicher
Drogen wie Haschisch ausgesprochen. «Schon Alkohol und Nikotin dürfen
nicht verharmlost und schon gar keine weiteren Drogen legalisiert werden»,
sagte Trautvetter am Donnerstag in Leipzig bei der Vorstellung eines
Präventionsprojektes der ostdeutschen Landeskriminalämter.
«Haschisch ist nun einmal eine Einstiegsdroge», begründete
Trautvetter
seine ablehnende Haltung. Die Statistik zeige, dass 90 Prozent der
Konsumenten der synthetischen Droge Ecstasy bereits über Erfahrungen mit
Cannabis-Produkten verfügten. «Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, bei
einer Legalisierung gebe es weniger Beschaffungskriminalität», sagte
Thüringens Innenminister. Selbst wenn durch eine teilweise Freigabe die
Preise für weiche Drogen sinken würden, wäre für viele Jugendliche damit
allein das Problem der Finanzierung ihres Drogenkonsums nicht gelöst.
Zudem sei zu befürchten, dass regelmäßige Konsumenten dazu verleitet
würden, die Drogen häufiger oder in größeren Dosen zu verwenden. Bei einer
Legalisierung bestimmter Rauschmittel sei zu erwarten, dass die
Hemmschwelle für Erstkonsumenten sinke.
Schon jetzt seien 60 Prozent der Verkehrstoten an den Wochenenden junge
Leute, die sich nach Alkohol- oder Drogenkonsum ans Steuer setzten. Dieser
Entwicklung müsse entgegengewirkt werden. Eine Legalisierung weicher
Drogen sei deshalb kontraproduktiv, meinte Trautvetter.
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