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Spore – Ein Baukasten ohne Spiel

Eine Evolution vom Einzeller zur Weltraummacht

 


Spore bietet die Möglichkeit, mit einem komplett selbst gestalteten Wesen eine Evolution in fünf Phasen zu durchleben. Die erschaffene Kreatur verändert sich im Laufe dieser Entwicklung.

Das Spiel beginnt als Einzeller. Kurze Zeit später wandert die Kreatur an Land und fängt an sich niederzulassen. Sie gründet eine Siedlung, aus der eine Zivilisation erwachsen soll. Die Zivilisation wird sich bald schon in den Weltraum wagen und das Schicksal vieler anderer Wesen in die Hand nehmen. Doch der Weg bis dahin ist lang.

 

Zellphase

In der Ursuppe nimmt unsere Entwicklung ihren Lauf. Als Einzeller entscheiden wir uns zwischen Pflanzenfresser und Fleischfresser. Die Pflanzenfresser dürfen an den Pflanzen herum knabbern und vor den Feinden wegschwimmen, die Fleischfresser konkurrieren mit anderen Einzellern um Nahrung. In Pacman-Manier wird gejagt. Mit jedem Erfolg sammelt unser Wesen DNA-Punkte. Diese wird es einsetzen um sich Erweiterungen zu leisten, die es schneller oder schlagfertiger machen.

Es macht wirklich Spaß durch die Ursuppe zu schwimmen. Mit jedem Brocken Nahrung wird unsere Kreatur größer und wagt sich an immer größere Feinde. Schade nur dass diese Phase irgendwann einfach zu Ende ist. Der Spieler muss das Einzellerstadium beenden, weil er keine Punkte mehr erhält. Etwas seltsam ist auch die Fortpflanzung, denn die erfolgt mit einem anderen Einzeller, ob die Entwickler von der Zellteilung wissen?

Kreaturenphase

Wir verlassen den 2D Raum der Ursuppe und begeben uns an Land in eine 3D Welt. Wir gestalten unsere Kreatur um, so dass sie sich an Land bewegen kann. Ein erstes Nest haben wir schon gebaut und unser kleiner Haufen wächst. Nun können wir in Kontakt mit den Nachbarn treten, das bedeutet wir können sie ausrotten oder uns mit ihnen gut stellen. Zwischendurch erbeuten wir immer wieder Körperfundstücke, die in der Landschaft herum liegen. Hier drinnen verbergen sich neue Teile für unseren eigenen Körper. Haben wir genug DNA-Punkte gesammelt, so können wir zu unserem Nest zurückkehren und uns paaren. Es öffnet sich ein Menü, in dem wir unsere Kreatur weiterentwickeln können, ihr also die neuen Körperteile geben, die ihre Werte erhöhen. Aus einem Ei schlüpft dann die nächste Generation.

Mittlerweile wird es langweilig als Marodeur durch die Landschaft zu ziehen, auch die Pflanzenfresser haben es nicht leicht, denn sie leben ständig in Angst und müssen sich mit Anderen anfreunden. In dieser Phase gibt es nur zwei Möglichkeiten mit dem Gegner umzugehen: Ausrotten oder Anfreunden. Zum Glück spürt unser Wesen nicht die ewige Wiederkehr der Aufgaben und nur der Spieler muss sich der Monotonie hingeben, doch diese Phase wird schnell beendet sein.

Zivilisationsphase

Aus unserem kleinen Dorf ist eine Stadt geworden. Die Steuerung über unsere Individuen haben wir längst verloren, was wir jetzt noch steuern können sind Fahrzeuge. Mit diesen Automobilien, Flugzeugen und Schiffen können wir unsere Gegner angreifen, denn wir haben als Ziel die Eroberung des gesamten Planeten und auch den Bau eines Raumschiffes. Mittlerweile gibt es sogar eine friedliche Möglichkeit die anderen Städte zu übernehmen: Wir können sie einfach kaufen.

Das Schönste an dieser Phase ist die Möglichkeit der freien Konstruktion. Wir dürfen Autos, Schiffe und Flugzeuge designen und sogar die Gebäude in unserem Dorf. Allerdings sind die Handlungsmöglichkeiten wieder zu klein und der Unterschied zu den anderen Phasen besteht nur in den neuen Waffen, die wir benutzen können. Das eine einzelne Figur nicht mehr steuerbar ist, ist schade.

Weltraumphase

Nachdem wir unser Raumschiff selbst gebaut und gestaltet haben, geht es in die letzte Phase des Spiels. Sogar in eine endlos Phase, denn nun können wir Planeten verändern. Wir können sie terraformen und als nächstes besiedeln wir diese mit Kreaturen, die wir von anderen Planeten genommen haben. Gegner gibt es natürlich auch im Weltraum. Wir können mit ihnen Handel treiben oder sie angreifen. Allerdings müssen wir darauf achten, dass wir uns nicht übernehmen, denn mit einem Raumschiff alle unsere Planeten zu verteidigen ist schwer.

Ein sehr schönes Feature ist die Einbindung der Kreaturen von anderen Spielern. Die Geschöpfe finden sich auf fremden Planeten. Sie werden dann von einem Computer gesteuert und passen sich dem Schwierigkeitsgrad des Spielers an. Leider gewinnt diese Phase schnell an Komplexität, die dem Spieler auch über den Kopf wachsen kann, denn mit einem Raumschiff lassen sich nicht viele Planeten verteidigen. Allerdings sind unsere Handlungsmöglichkeiten nun gewachsen, wir können viel mehr tun, leider wiederholen sich auch hier unsere Aufgaben.


Spore ist ein interessantes Spiel. Die Freiheit seine Figur von der Länge der Wirbelsäule bis hin zu der Anzahl der Beine frei zu gestalten, lässt viel Raum für Ideen. Schade, dass dies uns nicht dauerhaft tröstet. Auch die Fehler, die beim Kreaturenbau getätigt werden können, bleiben ungesühnt. Denn der Spieler kann Augen und Ohren des Geschöpfs sehr willkürlich setzen - ebenfalls die Glieder. Nur ein gewisser Anspruch an Ästhetik und Proportionen des Spielers rettet hier vor Neuschöpfungen, die nicht einmal in der richtigen Evolution entstanden wären. Die Aufgabengestaltung hätte ebenfalls vielfältiger ausfallen können, so wird vom Spieler nur wenig taktisches Geschick verlangt und die Aufgaben wiederholen sich sehr oft. Dies langweilt schnell. Der Kreatureneditor ist eine tolle Idee, allerdings kann er kein ganzes Spiel ausfüllen, vielleicht haben wir Glück und in einem der angekündigten Addons findet sich eine Story.

Spore ist erschienen bei EA - Electronic Arts - und freigegebn ab 12 Jahren
Mehr Informationen gibt es unter: www.electronic-arts.de

Fotoquelle: Electronic Arts


Pierre Kurby
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