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Ein Interview mit Robert Drakogiannakis von Angelika Express



Ein Zug rollt an. Eine Welle voller Punkpop schwappt über. Drei Jahre sind vergangen. Sie sind wieder da. Angelika Express ist in neuer Besetzung zurück und stellt sich der Welt. Robert Drakogiannakis hat sein Album allein geschaffen. Es mit Hilfe von Fans finanziert und mit Dani Hilterhaus und Valentin Mayr erobert er die Bühnenwelt. Im Interview mit lebensrausch.com spricht er über Hintergründe.

Die neue Platte „Goldener Trash“ ist veröffentlicht. Ihr habt sie mit der Unterstützung von Fans finanziert. Wie würdest du die Fans der Band beschreiben?
Unsere Fans sind ein Mix aus Freund und „freier Mitarbeiter“ von Angelika Express. Es sollen Berührungspunkte zwischen der uns und ihnen geschaffen werden. Wir fordern Menschen auf ein Teil zu sein. Vom Publikum einmal etwas zurück zu bekommen, ist eine ernste Sache und hat auch eine gewisse Tiefe. Das sind Sachen, die uns bewegen. Es ist nicht nur Spaß, es ist ein Streben. Und ich bin ein hartnäckiger Typ.

Auf eurer neuen CD sind viele Texte, die auch als Jugendsongs bezeichnet werden. Hängst du sehr an der Jugend oder anders gefragt: wie viel Wahrheit steckt in den Texten?
Oh, unsere Texte sind nicht so jugendmäßig, wie man denkt. Es sind intensive extreme Zustände durch das ganze Leben, abgefahrene Sachen. Als ich letztes Jahr mehr als sonst ausgegangen bin, haben sich die Menschen geöffnet. Es sind Anregungen für Songtexte. Es wurde persönlich erlebt, aber genauso geschehen, ist es eher nicht. Ich denke wir sind bodenständig. Wir haben das Rad nicht neu erfunden. Wir kommen aus einer Schule der 1970er Jahre mit Punk und Pop. Wir wollen die Formel weiter perfektionieren, dass jemand sagt: „Man so eine Platte würde ich mir kaufen!“ Wir legen unser Herz offen, für den, der es will, bis der Punkt kommt und Menschen sagen: „Ha! Das kenn ich!“. Wen es interessiert, der kann uns verstehen mit unserer Musik. Da sind mehrere Tausend Prozent Wahrheit in unseren Texten.

Präsentiert ihr eure Songs lieber auf Festivals oder auf eigenen Konzerten?
Ein Festival ist kürzer. Ein Konzert ist geil, es ist anstrengender und länger. Wir haben mal ein Konzert in einem sehr kleinen und vollen Club in Graz gespielt. Es war Energie im Raum, schweißtreibend. Wir haben uns mit Eiswürfel aus Sektkühlern versucht abzukühlen. Wir waren schon fast am Boden und haben trotzdem weiter gemacht, es war ein Adrenalinstoß. Außerdem sind Auftritte immer etwas anderes als eine Studioproduktion. Bei einem Auftritt auf der Bühne, vergisst man Texte und hampelt bescheuert rum. Im Gegensatz ist auf der Platte alles stimmig und ausformuliert. Auf Bühnen ist es kratzig, widerspenstig, bringt Energie hervor. Das ist, wie wenn ein Mädchen sagt: „komm küss mich“, während man unrasiert ist. Wir sind keine Radioband.
Wir haben auch vor einigen Jahren schon einmal im Projekt 7 in Magdeburg gespielt. Wir hätten auch schon die Ambition wieder mal in die Stadt zu kommen. Wer uns sehen will, meldet sich einfach auf unserer Website www.angelika-express.de.

Der Song “Geh doch nach Berlin“ brachte Angelika Express den Durchbruch. Wie kam es zu diesem Song?
Das erste Album löst etwas aus. Ich habe nicht damit gerechnet. Es müsste etwas passieren. Wir haben einen Demosong ins Netz gestellt bis wir Plattenfirmenangebote und somit Reaktionen erhielten. Die Seele hat den Zeitgeist getroffen. Es kam dazu, dass so viele Menschen auf einmal aus Köln nach Berlin. Es war der Trademark Song. Ein Beschwerdesong, dass fanden wir eben nicht gut, die Wurzeln zu verlassen. Viele kamen wieder zurück, nur wenige fanden dort Fuß.

Hast du bestimmte Idole, Vorbilder an denen du dich orientierst, die deine Musik beeinflussen, die sich auf deiner CD wieder finden könnten?
Es ist ein Sammelsurium, viel aus der Vergangenheit. Musik als Songwriter, die Sex Pistols, The Clash, Bass cocks, Wine & Fans. Die 1980er haben unser Leben als Musiker bestimmt und neue Wege vorgegeben. Wir wurden inspiriert von Bands, deren Energie und geile Art mit dem Publikum umzugehen…..Beflügelt im Tourbus hat uns die Münchner Freiheit. Es ist eine erschreckend gute und hohe musikalische Qualität. Die Texte ziehen einem die Schuhe aus. Ich finde auch Michael Jackson ganz cool, ich hör mir das gern in Ruhe an. Billy Jean habe ich mir eine Woche vor seinem Tod a capella angehört. Es gab mir Motivation. Michael Jackson verfolgt mich irgendwie. Vor mehreren Jahren in Berlin war es `Thriller´, dass ich verinnerlicht habe. Ich habe auf dem Konzert besser gespielt. Es ist erschreckend, dass ich unter seinem Einfluss besser gesungen habe.

Katharina Kurby


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