

|
Mittlerweile eine Million der gut 6,5 Millionen Mitglied des Deutschen Fußball Bundes sind Frauen oder Mädchen und rund 700.000 Frauen und Mädchen spielen aktiv Fußball in Deutschland.
Alles Beeindruckende Zahlen, mit denen der DFB auch in seiner Imagebroschüre für die Frauenfußball-WM 2011 wirbt. Denn diese soll, wie die Herren-WM 2006, in Deutschland stattfinden. Doch nicht Dortmund, München oder Stuttgart werden dann die Zentren des Hochleistungsfußballs sein, sondern Sinsheim, Augsburg, Bielefeld oder Magdeburg. Wenn, sich diese Städte und ihre Stadien als würdig erweisen und es am Wenn, ja wenn es am 30.Oktober in Zürich wieder heißt: „Der Gewinner ist Deutschland“.
Zum Härtetest auf WM-Tauglichkeit kam die Deutsche Frauenfußballnationalmannschaft am vergangenen Sonntag in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Knapp sechs Wochen vor Beginn der diesjährigen WM in China sollte gegen Dänemark herausgefunden werden, wer mit die Reise nach Fernost antreten darf.
„Das war eine wunderschöne Kulisse hier in Magdeburg und wir kommen gerne wieder“, verkündete Bundestrainerin Silvia Neid nach dem hoch verdienten 4:0 Sieg der Deutschen. Da waren es gerade 120 Minuten her, dass in strömenden Regen, bibbernder Sommerkälte von 13 Grad und leichtem Wind im frisch sanierten Magdeburger Stadion dieses Spiel angepfiffen wurde. Gerade einmal 5.000 verkaufte Karten vermeldete die Lokale Presse noch zehn Tage vor Spielbeginn. Im Vergleich dazu: Das Erstrundenmatch des heimischen FC Magdeburg gegen Borussia Dortmund im DFB Pokal war binnen fünf Stunden ausverkauft. Schließlich 10.735 Freunde des Frauenfußballs sollten bei Eintrittpreisen ab 1 Euro an diesem 29.Juli den Weg ins Stadion finden.„Ich denke, dass das auch ein würdiger WM-Rahmen wäre und wäre das Wetter besser gewesen, wären bestimmt auch noch mehr Zuschauer gekommen“, frohlockte Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Sport und Schule Dr. Rüdiger Koch. Eine Ansicht, die er zumindest mit den anwesenden Sportjournalisten nicht teilte. „Ein paar mehr hätten ruhig kommen können“, hörte man so manches Mal unter den Medienvertretern.
Es war 13.50 Uhr als es aus den Blöcken 1 und 2, wo sich gut 100 Anhänger des FC Magdeburgs zusammengerottet hatten, hallte: „8,7,6,5,4,..... Hey“ und die Welle durchs Stadion ihren Lauf nahm. Noch eine Runde und noch eine Loalo schwappte durch Rund – da konnte auch die mehr als spärlich besetzten Blöcke hinter dem Tor der Deutschen keine Abbruch tun. Und spätestens nach „Steht auf wenn ihr Deutsche seid“, saß keiner der knapp 11.000 noch auf seinen Sitzschalen.Dass das Drumherum stimmt, hat man Magdeburg schon vorher bewiesen. Kurze Wege bis zur Straßenbahn, gute Parkplatzsituation und wenig Stau beim Abfluss der Automassen nach Ende des Spiels. Beste Sicht von allen Plätzen und Kartenpreise für jedermann. Selbst die anfänglichen Versorgungsprobleme der Fans in den Pausen hat man in den Griff bekommen. Kurze Schlangen vor den Imbissen, wie auch vor den Toiletten. Zumindest 10.735 Zuschauer war die Infrastruktur unschlagbar.
Magdeburg hat doch noch bewiesen, dass es keine Fehlentscheidung des DFBs war, diese 27.000 Zuschauer fassende Arena mit in den Kreis der potentiellen WM-Stadien zu nehmen.

|