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Dennis und Ben kennen sich schon seit der Grundschule. Es war klar, dass sie
anschließend die gleiche Realschule besuchen würden. Mit Mädchen hatten sie bisher noch nicht viel
am Hut. Doch das änderte sich, als ein neues Mädchen in ihre Paralellklasse kam. Dennis mochte
ihre langen schwarzen Haare und die dunklen Haare sofort. Doch erst nach über einem Jahr fasste
Dennis sich ein Herz seine Traumfrau anzusprechen.
„Interessiert dich gar nicht wie mein Date mit Lisa
war?“ fragte Dennis ganz aufgeregt seinen besten Kumpel Ben. Gestern hatte Dennis endlich das
heiß ersehnte Date mit Lisa. Noch heute schien er auf Wolke sieben zu schweben.
„Und wie war dein Date mit Lisa?“ Ben schien
uninteressiert und blickte Dennis nicht einmal an. „Es war super. Wir haben uns richtig gut
verstanden und konnten über alles quatschen. Morgen treffen wir uns wieder“ „Toll“ murmelte Ben.
„Was ist denn los, freust du dich gar nicht für mich?“ „Doch“ Dennis merkte, dass ihn das Gespräch
nicht viel weiterführte. Er schob es darauf, dass Ben vermutlich einen schlechten Tag hatte.
Wahrscheinlich würde ihn der nächste Bericht über das Date mit Lisa mehr interessieren.
Am übernächsten Tag ging Dennis mit einem
breiten Grinsen im Gesicht zu seinem besten Kumpel. „Rate mal was passiert ist! ... Wir haben uns
geküsst. Und sie küsst so wunderbar“ Dennis war ganz aufgeregt, aber schon wieder schien es Ben
nicht sonderlich zu beeindrucken. „Was ist denn los“ fragte Dennis. „Ist es, weil ich verliebt bin und
du nicht? Oder bist du etwa unglücklich verliebt?“ nun setzte Dennis ein bedrücktes Gesicht auf.
Aber wenn Ben verliebt wär, wüsste er das doch. Sie haben doch bisher jedes Geheimnis geteilt.
„Ach, was weißt du denn“ Ben, der sonst so freundlich und hilfsbereit war, erschien ihm nun wie ein
vollkommen anderer Mensch. Dennis war ratlos. Was war denn bloß los. Plötzlich kam ihm ein
grauenvoller Gedanke. Ben wird doch wohl nicht auch seine Lisa verehren? Er harderte mit sich, ob
er seinen besten Kumpel auf seine Vermutung ansprach und überwindete sich schließlich doch.
„Nein ich bin bestimmt nicht in Lisa verliebt. Ich mag sie nicht einmal. Es ist besser, wenn du jetzt
gehst“ Dennis tat, was sei Kumpel ihm geraten hat. Doch auf dem Heimweg grübelte er die ganze
Zeit nach. „Ob Ben doch in Lisa verliebt ist und es nur mir zuliebe nicht zugibt?"
Am Abend lag Dennis im Bett und träumte vor
sich hin. Wieder und wieder ließ er den Kuss mit Lisa vor seinem geistigen Auge abspielen, als ihn
das der Ton einer eingehenden Email unsanft aus seinen Träumen riss. Er setzte sich Richtung
Computer in Bewegung. Vielleicht mailte ihm ja Lisa! ,Es war Ben, dessen Name auf dem
Computermonitor erschien. Vielleicht will er sein Verhalten erklären, dachte Dennis. Als Dennis zu
lesen begann, bewahrheitete sich seine Vermutung und im nächsten Augenblick wünschte er, er
hätte sie nie geäußert. Bens Worte erweckten in ihm eine fürchterliche Angst.
Hi Dennis,
Sorry, wie ich mich verhalten habe.
Natürlich will ich das du glücklich bist und unter anderen Umständen würde ich mich für dich freuen,
doch wenn du von ihr erzählst zerreißt es mich innerlich. Als ich von eurem Kuss gehört habe, hätte
ich kotzen können. Hast du nie etwas gemerkt von meinen Gefühlen für dich? Dennis, ich liebe dich
und ich kann nicht mehr....
Ben
Dennis war zunächst sprachlos, doch der letzte
Satz ließ ihm keine Ruhe. Er machte sich sofort auf den Weg zu seinem Kumpel. Bens Mutter ließ
ihn hinein. Besorgt stürzte er in Bens Zimmer und was er dort sah, erschrak ihn. Ben lag
regungslos auf dem Bett. Neben ihn eine umgestoßenen leere Dose Schlaftabletten. Oh mein Gott!
Sofort wählte Dennis die Nummer vom Notarzt. Dann setzte er sich zu Ben und suchte nach seinem
Puls und seinem Herzschlag. Er fühlte nichts und tastete weiter auf Bens Brustkorb. Gott sei dank,
sein Herz schlägt noch. Dennis hatte in der ganzen Aufregung zunächst an der falschen Seite
gefühlt.
Es dauerte keine zehn Minuten, bis der Notarzt da
war. Bens Mutter war ganz aufgewühlt. Sie hatte zwar an der Tür bemerkt, dass Dennis
irgendetwas zu besorgen schien, aber das es um ihren Sohn geht wusste sie nicht. „Was ist denn
los?“ fragte sie und fing an zu weinen. „Wir nehmen ihren Sohn mit ins Krankenhaus. Wir müssen
ihm den Magen auspumpen“. Mit Blaulicht und Sirenen wurde Ben abtransportiert. Seine Mutter fuhr
mit im Krankenwagen. Dennis durfte nicht, weil er kein Angehöriger war. „Bitte lass ihn nicht
sterben“ dachte er und war voller Angst um seinen besten Kumpel. Bens Mutter hatte versprochen,
sich zu melden, falls es etwas Neues gab. Diese Stunden des Wartens waren grauenvoll für Dennis.
Er dachte eine ganze Weile nach und fing sogar an sich die Schuld zu geben, für das, was
geschehen ist. Zwei Stunden später klingelte Dennis' Handy. „Sie haben Ben den Magen
ausgepumpt. Er wird es schaffen!“ vernahm er die erleichterte Stimme von Bens Mutter, die auch
von ihm eine ungeheure Last abwarf.
Den Kontakt und ihre Freundschaft konnten Ben
und Dennis nach der ganzen Aufregung zunächst nicht aufrecht erhalten. Für beide Seiten war das
ganze zu schwierig. Doch nach etwa einem Jahr, hoffte Dennis, der inzwischen glücklich mit Lisa
zusammen war, dass der Abstand genügt und er die Freundschaft zu Ben wieder herstellen konnte
– denn er vermisste ihn als Kumpel. Er lud seinen ehemals besten Freund zu seiner
Geburtstagsparty ein. Er hatte ein etwas mulmiges Gefühl und befürchtete Ben könnte die
Einladung ausschlagen. Umso mehr freute es ihn, dass dieser sich für die Party ankündigte. Bens
Gefühle für Dennis waren inzwischen erloschen und auch er hoffte, dass sie ihre Freundschaft
wieder aufbauen können. Obwohl Ben noch einen Funken Angst verspürte, dass er sich wieder in
Dennis verliebt. Aber er schwor sich stark zu sein.
Auf der Party war alles fast wie früher. Ben und
Dennis quatschten fast wie damals und lachten zusammen. Und das obwohl Dennis Lisa in seinen
Armen hielt. „Es war so dumm, was ich damals getan habe. Jetzt bin ich froh darüber, dass du mich
gerettet hast. Ich war so am Ende und habe keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen. Aber
mein Therapeut hat mir erklärt, dass Enttäuschungen zum Leben dazugehören. Er hat mir auch die
Augen geöffnet und mir viele Dinge gezeigt, für die es sich zu leben lohnt“ sagte Ben. „Ich freue
mich, dass wir endlich wieder normal mit einander umgehen“ „Ich genauso“ Die beiden Freunde
waren erleichtert und stießen auf eine neue Freundschaft an. Innerlich hofften beide, dass diese
unkomplizierter verlaufen würde.
Der Abend verlief weiterhin gemütlich. Es war eine
nette kleine Party, auf der sich jeder mit jedem unterhalten konnte. Als Lisa gerade nicht in der
Nähe war, versicherte Ben seinem Kumpel, dass sie ein sehr nettes Mädel sei. „Ja, das ist sie. Ihre
ganze Family ist auch supernett. Ihr Bruder ist auch hier. Ich stell euch mal vor“ Ben und Michi
verstanden sich sofort super. Dennis fühlte sich bei ihrem Gespräch wie das fünfte Rad am Wagen
und entfernte sich mit der Ausrede, sich um seinen anderen Gäste kümmern müsse.
Etwas später deutete Lisa, die wieder in Dennis'
Armen lag, mit einem breiten Grinsen auf ein knutschendes Pärchen. „Mein Bruder scheint sich ja
auch prächtig zu amüsieren“ Dennis war überrascht Ben und Michi so vertraut miteinander zu
sehen. Aber er freute sich für seinen besten Kumpel und war schließlich sogar richtig erleichtert
über Bens neues Glück.
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